Artenschutz

Der Kreis Lippe informiert über den Artenschutz: 

Der weltweite Rückgang der biologischen Vielfalt und insbesondere der Rückgang der Arten und ihrer Populationen ist auf zahlreiche Faktoren zurückzuführen. Artenschutz bedeutet die Erhaltung von Arten in ihrem angestammten Lebensraum. Dies ist seit längerem ein weltweites Ziel, was zahlreiche Abkommen, Gesetze und Vorschriften zu diesem Thema dokumentieren. Die einzelnen Regelungen des Artenschutzes richten sich sowohl gegen direkte Gefahren, wie beispielsweise den kommerziellen Handel mit wildlebenden Tieren und Pflanzen, wie auch gegen indirekte nachteilige Einwirkungen auf die Lebensräume und Standorte der Arten.

Zum Artenschutz gibt es im Wesentlichen  vier Bereiche, die wichtig sind:

  • Wer geschützte Wirbeltiere halten will, muss dies der unteren Landschaftsbehörde sofort melden. Meldepflichtig sind auch Änderungen wie Umzug des Halters sowie der Kauf, Verkauf und Tod der Tiere.
  • Zum Schutz von Brutstätten dürfen in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September Hecken, Wallhecken, Gebüsche sowie Röhricht und Schilfbestände nicht gerodet, abgeschnitten oder zerstört werden.
  • Um die Pflanzenwelt zu schützen, dürfen Feldraine, Böschungen, nicht bewirtschaftete Flächen sowie Straßen- und Wegränder nicht vernichtet werden. Auch das Aufbringen chemischer Mittel ist auf diesen Flächen nicht zulässig.
  • Eine weitere Maßnahme zum Schutz der lebenden Tiere ist eine Reglementierung des Handels.
    Wer sonst wildlebende Tiere (z.B. Damwild) ganz oder teilweise im Freien hält, muss für dieses Tiergehege eine Genehmigung bei der unteren Landschaftsbehörde beantragen. Das gilt auch für Anlagen zur Haltung von Greifvögeln, Eulen und Störchen.

Durch ein Bau- oder Abbruchvorhaben können geschützte Tierarten betroffen sein, z.B. Fledermäuse, Turmfalke, Schleiereule, Waldkauz, Waldohreule, Steinkauz, Grünspecht, Rauchschwalbe, Mehlschwalbe, Gartenrotschwanz, Nachtigall, Zauneidechse oder Kammmolch. Der Antragsteller muss in einer Vorprüfung zum Artenschutz angeben, welche Bereiche seines Grundstückes durch das Bauvorhaben betroffen sind, z.B. Bäume, Hecken, Gewässer, etc., um einschätzen zu können, ob die o.g. Tierarten beeinträchtigt, gestört oder getötet werden. Wenn Tierarten beeinträchtigt werden, ist eine vertiefende Prüfung der Verbotstatbestände (Art-für-Art-Betrachtung, Vermeidung, Risikomanagement) durch einen Sachkundigen durchzuführen.

Bei größeren Bauvorhaben im Außenbereich, z.B. Errichtung einer Stallanlage, einer Biogasanlage, etc. ist eine Artenschutzprüfung (ASP) durch einen Fachmann in Absprache mit der Unteren Landschaftsbehörde (ULB) zu erstellen.Dieser Vordruck ermöglicht einen schnellen Überblick über die Situation vor Ort und ist bei allen Bauvorhaben im Innen- und Außenbereich und in Gebieten mit Bebauungsplänen, bei denen noch keine Artenschutzprüfung (ASP) erfolgt ist oder die ASP älter als 7 Jahre ist, abzuarbeiten.

Damit die Vorprüfung zum Artenschutz für den Antragsteller möglichst unbürokratisch und schnell geht, wurde ein Vordruck entwickelt:

Formblatt (PDF): Vorprüfung zum Artenschutz für Bau- und Abbruchvorhaben

Für weitere Fragen steht Ihnen gerne unser Bauamt zur Verfügung.

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