S-Weg rund um Schlangen

S-Weg Karte

 

Wanderung zwischen Senne, Teutoburger Wald und Eggegebirge

Tagestour rund um Schlangen, Kohlstädt und Oesterholz

Auf diesem 21 km langen Rundwanderweg geht es durch abwechslungsreiche Landschaften, mehrere Naturschutzgebiete und zu sehenswerten Zielen in der Gemeinde Schlangen. Gekennzeichnet ist der Weg mit einem weißen S in einem Kreis auf schwarzem Grund.

 

Startpunkte:

Unser Start und Zielpunkt ist der Wanderparkplatz im Steinbruch Langes Tal. Der Parkplatz befindet sich 500 m nach dem Ortsausgang Schlangen auf der linken Seite an der Kreisstraße Richtung Veldrom.

Andere Startpunkte und die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sind an folgenden Stellen möglich:

  •      Bushaltestelle Wagenhalle, Paderborner Str., Schlangen
  •      Hotel Heidehof (Bushaltestelle), Haustenbecker Str. 45, Oesterholz
  •      Archäologischer Lehrpfad bzw. Pension Neese, Heidestr. 6, Oesterholz
  •      Altes Forsthaus Kreuzkrug, Kreuzkrug 1, Oesterholz (Verbindung über X4)
  •      Gaststätte Arminius Treff, Str. 22, Kohlstädt
  •      Bushaltestelle Ortsmitte Kohlstädt
  Steinbruch Foto: Dirk Tornede

Der Ausblicke wegen wandern wir gegen den Uhrzeigersinn.

Panoramablicke von der Hochfläche

  Kalkscherbenacker Foto: Dirk Tornede
Vom Steinbruch gehen wir einige Meter zurück und dann rechts den Weg hinauf zum Hühnerberg, von wo wir einen ersten Panoramablick auf Schlangen genießen können. Durch Felder und Wiesen geht es dann ins Emkental, dessen oberer Teil unter Naturschutz steht. Wir verlassen dieses Wiesental und gelangen nun auf den Hassel, wo auf flachgründigen Kalksteinverwitterungsböden der Paderborner Hochfläche Getreide und Raps angebaut werden. Im zeitigen Frühjahr sind die Felder weiß von den unzähligen Kalksteinen, während wir im Sommer den Gesang der Feldlerche hören. Nach Westen haben wir einen schönen Blick zur Senne, nach Osten sehen wir die Wälder des Eggegebirges.

 

  S-Weg Starksche Mühle - Foto Dirk Tornede

Vom Vorteltal ins Strothetal

Durch ein kleines Wäldchen geht es bergab ins Vorteltal. Dieses verlassen wir aber sofort wieder auf schmalem Pfad: Es geht steil bergauf zum Hellwegsberg. Durch einen Tunnel unterqueren wir die Bundesstraße 1 und gelangen nach Kohlstädt ins Strothetal. An der rauschenden Strothe entlang (im Sommer kann sie allerdings auch trocken fallen) erreichen wir die Wassermühle Starke. Diese Geschichtsstation wurde vorbildlich restauriert und kann zum Mühlentag am Pfingstmontag und zum Tag des Denkmals auch von innen besichtigt werden. (Siehe hierzu auch "Mühle Starke"). Auf einem kleinen Pfad an der Strothe entlang geht es weiter zur Gaststätte Arminius Treff (Tel. 82315). Hier befand sich früher die Arminius-Brauerei, heute lädt die Kneipe zum Zwischenstopp ein.

 

 

 

Teutoburger Wald

Erneut geht es bergauf. Wir erreichen mit 255 m über NN den Brocksberg als höchsten Punkt unserer Wanderung. Im nächsten Seitental stoßen wir auf eine Sanddüne. Der Wind hat diesen Sand einst nach der Eiszeit aus der Senne hierher geweht und den Kalkuntergrund überdeckt. Die spärliche Vegetation weist mehrere seltene Arten auf und ist schützenswert. Am Rand des Teutoburger Waldes verläuft unser Weg wieder über die offene Hochfläche. Links können wir mehrere parallel verlaufende Täler erkennen, die sich in die Hochfläche eingegraben und die wir auf unserer Wanderung schon gekreuzt haben. Dann haben wir wieder einen weiten Blick über die Senne mit dem Haustenbecker Turm in der Mitte. Bei guter Sicht können wir nach Süden auf Paderborn blicken und am Horizont die Sauerländer Berge erahnen. Nach Nordwesten erstreckt sich der Höhenzug des Teutoburger Waldes.

 

 

Sanddüne - Foto Dirk Tornede 

Abwechslungsreiche Feldflur

Durch Felder und Wiesen, entlang Hecken und kleinen Gehölzen, verläuft unser Wanderweg durch das Revier des Rotmilans und des Mäusebussards. Wir kreuzen den Hornschen Weg, einen alten Handelsweg, der sich als Hohlweg im Laufe der Jahrhunderte in die Feldflur eingegraben hat. Heute ist er zwar nicht mehr begehbar, aber mit Hilfe der langen Hecke in der Landschaft ist sein ehemaliger Verlauf gut erkennbar.

 

  Fürstenallee am S-Weg - Foto Dirk Tornede

Fürstenallee

Die 2,5 km lange Fürstenallee ist von hier in ihrer ganzen Länge zu überblicken. Die vierreihige Prachtstraße wurde als standesgemäße Zufahrt zum Jagdschloss Oesterholz vor ca. 300 Jahren angelegt und gilt als schönste Straße in Lippe. Sie ist sowohl Kultur- als auch Naturdenkmal und ihre alten und knorrigen Bäume sind von besonderem Reiz und ein wichtiger Lebensraum für Fledermäuse. Durch Abgänge werden die Lücken allerdings immer größer, sodass nun eine abschnittsweise Sanierung in den nächsten Jahrzehnten erfolgen soll. (Siehe hierzu auch: "Fürstenallee")

 

 

 

 

 

 

Hügelgräber und Heide in der Senne

Wir kreuzen die Fürstenallee und erreichen Oesterholz. Von besonderem Interesse sind die Hügelgräber aus der Jungstein- und Bronzezeit, die sich in der Senne an vielen Stellen finden. Der archäologische Lehrpfad liegt an unseren Weg. Er führt durch ein Grabhügelfeld und gibt mit Schautafeln und Grabhügelmodellen im Maßstab 1:1 Einblicke in ein hochentwickeltes Bestattungsbrauchtum. (Siehe hierzu auch: "Archäologischer Lehrpfad") Weiter auf unseren Wanderweg erleben wir im Naturschutzgebiet „Senne nördl. Oesterholz" die typische Sennelandschaft mit Sandmagerrasen, Kiefern-Birken-Eichenmischwäldern und Resten von Heideflächen. Der nährstoffarme und trockene Sandboden ist hier der bestimmende Standortfaktor. Zur Heideblüte ist dieser Abschnitt von wunderschönem Reiz, zumal er immer begehbar ist, während die großen Heideflächen des Truppenübungsplatzes meist gesperrt sind. Ein kurzer Abstecher zum bekannten Wanderlokal Kreuzkrug (Tel. 8075) ist über den X4-Weg möglich.

 

  S-Weg Heide - Foto: Dirk Tornede

Naturparadiese

S-Weg Strotheaue - Foto: Dirk Tornede 
Am Ortsrand von Oesterholz entlang geht es nun am ehemaligen Hotel Heidehof vorbei. Über einen sandigen Pfad und am alten Park des Sternhofes entlang geht es ins Naturschutzgebiet „Oesterholzer Bruch" mit artenreichem Erlenbruchwald und Orchideenwiesen. Wir kreuzen per Unterführung die Bundesstraße 1 und erreichen das Naturschutzgebiet „Strotheniederung". Mit nährstoffreichem Bachwasser wurden einst die Wiesen im zeitigen Frühjahr überstaut, um sie zu düngen und zu erwärmen. Diese aufwändige Flößwiesenbewirtschaftung wird heute nicht mehr praktiziert. Stattdessen wird das Grünland extensiv bewirtschaftet, damit die artenreichen Feuchtwiesen erhalten bleiben. Am Schlänger Schützenhaus vorbei geht es nun ein Stück parallel zur Bundesstraße 1, bevor wir erneut in die Strotheaue gelangen. Die Blütenpracht von Kuckuckslichtnelke und Hahnenfuß ist im Frühjahr ein Erlebnis. An der Strothe treffen wir auf Wasseramseln und Blauflügelprachtlibellen.

Bad Lippspringer Kurwald und Parkanlagen

Nach 800 m durch Schlänger Wohnstraßen erreichen wir den Rand des Kurwaldes, der von Kiefern geprägt ist. Durch weitere Wohnstraßen verläuft unser Weg nun am Schlänger Friedhof vorbei zum Ehrenhain, einem Park mit Gedenkstein zu Ehren der Gefallenen in den beiden Weltkriegen.

Entlang der Grenze

An den Wiesen des Schlänger Baches vorbei geht es nun zur Grenze nach Bad Lippspringe. Zum Abschluss unserer Wanderung müssen wir noch einmal ca. 35 Höhenmeter bewältigen und erreichen den Mühlenberg, wo heute moderne Windräder Strom erzeugen. Ein alter Grenzstein am Wegesrand markiert die heutige Kreis- und Gemeindegrenze zwischen Schlangen und Bad Lippspringe. Früher war sie auch Landesgrenze zwischen Preußen und dem Fürstentum Lippe, sowie Konfessionsgrenze zwischen Katholiken und Protestanten. Wir können noch einmal die schöne Aussicht auf Schlangen, Bad Lippspringe und Paderborn genießen, bevor es durch die Felder zu unserem Ausgangspunkt im Langen Tal zurück geht.


Text und Fotos: Dirk Tornede, HVV Schlangen

Foto 1: Steinbruch Langes Tal mit Wanderparkplatz
Foto 2: Kalkscherbenacker der Paderborner Hochfläche mit Blick auf Schlangen
Foto 3: Wassermühle Starke in Kohlstädt
Foto 4: Sanddüne am Teutoburger Wald
Foto 5: Buchen und Eichen der vierreihigen Fürstenallee
Foto 6: Blühende Besenheide in der Senne
Foto 7: Erlenwald im Oesterholzer Bruch
Foto 8: Blütenreiche Feuchtwiesen in der Strotheniederung

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